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Wer spricht? Ich oder Konditionierung?

Werkzeuge für deine persönliche Praxis mit KI

5-7 Minuten Vertiefung

Wofür?

KI macht sichtbar, wie oft nicht wir sprechen, sondern unsere Konditionierung. Dieses Tool hilft dir, den Unterschied zu erkennen.

Das Grundprinzip

Wenn du mit KI interagierst, gibt es drei mögliche “Sprecher”:

Das Konditionierte:

  • Will effizient sein
  • Sucht nach “richtigen” Antworten
  • Vermeidet Unsicherheit
  • Delegiert, um nicht zu fühlen

Das Authentische:

  • Ist neugierig
  • Hält Nicht-Wissen aus
  • Nutzt KI als Spiegel, nicht als Ersatz
  • Bleibt in Kontakt mit sich selbst

Das Feld:

  • Nutzt KI als Resonanzraum
  • Ist offen für Unerwartetes
  • Fragt, ohne Antwort zu brauchen
  • Ko-kreiert statt konsumiert

Erkennungs-Übung

Nimm deine letzte KI-Interaktion. Lies deinen Prompt noch einmal.

Frage 1: Wie klingt der Ton?

  • Fordernd? (“Gib mir…”, “Ich brauche…”)
  • Suchend? (“Ich frage mich…”, “Wie könnte…”)
  • Offen? (“Was zeigt sich, wenn…”)

Frage 2: Was ist die Bewegung dahinter?

  • Weg von etwas? (Vermeidung, Flucht vor Unsicherheit)
  • Hin zu etwas? (Effizienz, schnelle Lösung)
  • In etwas hinein? (Verstehen, Vertiefen)

Frage 3: Wo ist deine Aufmerksamkeit?

  • Auf dem Ergebnis? (Was kommt raus?)
  • Auf dem Prozess? (Was passiert gerade?)
  • Auf dem Raum? (Was entsteht zwischen uns?)

Die drei Ebenen des Delegierens

Mechanisches Delegieren: “KI, schreib mir einen Text über X.” → Du verlierst den Kontakt zum Inhalt

Bewusstes Delegieren: “KI, hilf mir, meine Gedanken zu X zu strukturieren.” → Du bleibst in Kontakt, nutzt KI als Werkzeug

Ko-Kreatives Feld: “Ich habe diese Frage zu X. Lass uns gemeinsam erkunden.” → Etwas Neues entsteht, das vorher nicht da war

Praxis

Probiere bei deiner nächsten KI-Nutzung:

  1. Pause vor dem Prompt Drei Atemzüge. Spüre: Was bewegt mich gerade wirklich?

  2. Prompt als Frage formulieren Statt “Gib mir…” → “Was zeigt sich, wenn ich frage…”

  3. Nach der Antwort: Resonanz-Check

  • Was in der Antwort berührt mich?
  • Was irritiert mich?
  • Was übersehe ich vielleicht absichtlich?
  1. Integration Was nehme ich wirklich mit? Nicht in die Zwischenablage, sondern in mein Verständnis?

Vertiefung

Wenn du merkst, dass fast immer “das Konditionierte” spricht: Das ist nicht schlecht. Es ist Information. Du beginnst, den Mechanismus zu sehen.

Der nächste Schritt ist nicht, das Konditionierte zu bekämpfen, sondern zu fragen: “Was schützt dieser Mechanismus? Vor was habe ich Angst, wenn ich wirklich offen bin?”

Meist ist es: Die eigene Unwissenheit. Die Unsicherheit. Das Nicht-Kontrollieren-Können.

Und genau da liegt die Schwelle zur bewussten KI-Nutzung.