Tägliche KI-Praxis: 5-10 Minuten
Werkzeuge für deine persönliche Praxis mit KI
Wofür?
Bewusste KI-Nutzung ist wie Meditation - sie braucht Übung. Diese täglichen Routinen helfen dir, KI bewusst statt mechanisch zu integrieren.
Das Prinzip
Nicht: “Ich nutze KI, wenn ich sie brauche” Sondern: “Ich habe eine Praxis mit KI”
Wie Yoga, Journaling, Atemübung. Eine tägliche Verabredung mit Bewusstsein.
Die drei Tages-Momente
MOMENT 1: Morgens (5 Min)
Vor der ersten KI-Nutzung des Tages
MOMENT 2: Mittags (5 Min)
Check-in während des Tages
MOMENT 3: Abends (5-10 Min)
Reflexion am Tagesende
MORGEN-PRAXIS (5 Min)
Schritt 1: Ankommen (2 Min)
Bevor du den Computer öffnest:
Setz dich hin. Atme 5x bewusst.
Spüre:
- Wie fühlt sich mein Körper an?
- Bin ich wach oder noch verschlafen?
- Gibt es schon Druck? (Wenn ja: wo?)
Keine Bewertung. Nur Wahrnehmen.
Schritt 2: Intention setzen (1 Min)
Frag dich:
“Was ist meine Intention für die KI-Nutzung heute?”
Mögliche Intentionen:
“Ich nutze KI, um…”
- …kreativ zu sein (nicht mechanisch)
- …Zeit für das Wichtige zu gewinnen
- …zu lernen
- …bewusst zu delegieren
- …Perspektiven zu erweitern
Wähle eine. Sag sie laut (oder still für dich).
Wichtig: Nicht: “Ich will produktiv sein” Sondern: “Ich will bewusst sein”
Schritt 3: Commitment (2 Min)
Setze eine Grenze für heute:
Beispiele:
“Heute nutze ich KI für maximal 3 Aufgaben” (Nicht endlos)
“Heute überarbeite ich jeden KI-Output bewusst” (Nicht copy-paste)
“Heute frage ich bei Unsicherheit nach” (Nicht raten)
“Heute pausiere ich, wenn ich merke, ich nutze KI aus Stress” (Nicht Vermeidung)
Schreib es auf (physisch oder digital).
Diese eine Regel für heute.
MITTAGS-PRAXIS (5 Min)
Schritt 1: Pause (1 Min)
Stop. Atme.
Egal was gerade läuft.
3 tiefe Atemzüge.
Schritt 2: Check-in (2 Min)
Frag dich:
“Wie habe ich KI heute genutzt - bewusst oder mechanisch?”
Checke:
□ Habe ich meine Morgen-Intention gehalten?
□ Habe ich Grenzen eingehalten oder überschritten?
□ Fühle ich mich klarer oder verwirrter?
□ Bin ich präsent oder getrieben?
Keine Bewertung. Nur Beobachtung.
Schritt 3: Anpassen (2 Min)
Wenn du merkst, es läuft nicht gut:
Was brauche ich jetzt?
Mögliche Antworten:
- “Eine Pause von KI (30 Min ohne)”
- “Klarheit über meine nächste Aufgabe”
- “Einen Moment echte Konzentration (ohne Tools)”
- “Austausch mit einem Menschen”
Tu es. Jetzt.
Nicht “später” - das passiert nie.
ABEND-PRAXIS (5-10 Min)
Schritt 1: Rückblick (3 Min)
Öffne dein Journal (physisch oder digital).
Beantworte diese Fragen:
1. Welche 3 Dinge habe ich heute mit KI gemacht? (Sei spezifisch)
2. Was war bewusst? (Wo war ich präsent?)
3. Was war mechanisch? (Wo habe ich nur “funktioniert”?)
4. Was habe ich gelernt? (Über KI, über mich, über meine Arbeit)
Schritt 2: Die eine Sache (2 Min)
Von allem heute:
“Was ist die EINE Sache, die ich morgen anders machen will?”
Nicht 10 Dinge. Eine.
Beispiele:
- “Ich überarbeite KI-Outputs bewusster”
- “Ich frage mehr, statt sofort zu delegieren”
- “Ich pausiere, bevor ich KI öffne”
- “Ich nutze KI für Kreativität, nicht nur Effizienz”
Schreib es auf.
Das ist dein Morgen-Commitment.
Schritt 3: Dankbarkeit & Closing (2-5 Min)
Optional, aber kraftvoll:
“Wofür bin ich KI heute dankbar?”
Auch wenn der Tag schwierig war.
Beispiele:
- “Für Zeit, die ich gewonnen habe”
- “Für eine Perspektive, die ich nicht hatte”
- “Dafür, dass ich meinen Mechanismus sehen konnte”
- “Für Reibung, die mich hat nachdenken lassen”
Und:
“Was habe ich OHNE KI heute gemacht, das wertvoll war?”
Das ist wichtig. Sonst wird KI die einzige Referenz.
WOCHENPRAXIS (20 Min)
Jeden Sonntag: Wochen-Review
Nimm dir 20 Minuten:
1. Lies deine Tages-Einträge der Woche
2. Muster erkennen:
Wo war ich stark? (Was lief gut?)
Wo war ich mechanisch? (Was lief automatisch ab?)
Was habe ich gelernt? (Was hat sich diese Woche gezeigt?)
3. Nächste Woche:
Eine Sache, die ich beibehalte: (Was funktioniert hat)
Eine Sache, die ich verändere: (Was nicht funktioniert hat)
Eine Sache, die ich ausprobiere: (Neues Experiment)
NOTFALL-PRAXIS (2 Min)
Wenn du merkst: Ich bin gerade im Stress-Modus
STOP.
Schließe KI (wirklich).
Mach diese 2-Minuten-Übung:
1. Atme 5x tief (Hand auf Bauch, spüre den Atem)
2. Frage: “Was wäre, wenn ich das jetzt NICHT mit KI mache?”
Mögliche Antworten:
- Es dauert 10 Min länger → Okay
- Ich muss selbst denken → Vielleicht gut
- Ich fühle die Unsicherheit → Das ist der Punkt
3. Entscheide neu:
- Nutze ich KI jetzt bewusst?
- Oder pausiere ich?
Oft ist die Pause die bessere Wahl.
MICRO-PRAKTIKEN (30 Sek - 2 Min)
Kleine Übungen für zwischendurch:
VOR jedem KI-Prompt:
- 3-Sekunden-Pause
- Frage: “Was will ich wirklich?”
- Dann erst schreiben
NACH jedem KI-Output:
- Resonanz-Check
- Frage: “Stimmt das für mich?”
- Nicht automatisch übernehmen
Wenn du copy-paste machen willst:
- STOP
- Lies es nochmal
- Was würdest du ändern?
- Dann erst nutzen
Wenn du frustriert bist:
- Atme
- Frage: “Liegt’s an KI oder an mir?”
- Oft: an uns (Erwartungen)
TOOLS FÜR DIE PRAXIS
1. Journal-Template
DATUM: [Datum]
MORGEN:
Intention:
Commitment:
MITTAG:
Check-in: □ Bewusst □ Mechanisch
Anpassung:
ABEND:
3 Dinge mit KI:
1.
2.
3.
Bewusst:
Mechanisch:
Gelernt:
Eine Sache für morgen:
Dankbarkeit:
Ohne KI heute wertvoll:
2. Handy-Reminder
Setze 3 Alarm-Zeiten:
- Morgens: “KI-Intention setzen”
- Mittags: “Check-in: Bewusst?”
- Abends: “Reflexion: Was war heute?”
Nur 3 Worte. Nicht mehr.
3. Bildschirm-Hintergrund
Wähle EIN Wort, das dich leitet:
Beispiele:
- “BEWUSST”
- “PRÄSENZ”
- “MENSCH”
- “KLARHEIT”
Setze es als Hintergrund.
Siehst du jedes Mal, wenn du KI öffnest.
4. Accountability-Partner
Finde eine Person:
- Die auch bewusst mit KI arbeiten will
- Mit der du dich 1x/Woche austauschst (10 Min)
Teilt:
- Was lief gut?
- Was war schwierig?
- Was probiert ihr aus?
Nicht als Druck. Als Unterstützung.
HÄUFIGE STOLPERSTEINE
”Ich habe keine Zeit für tägliche Praxis”
Antwort:
Du hast keine Zeit, UNBEWUSST zu sein.
5 Minuten/Tag = 35 Min/Woche Das ist weniger als ein Meeting.
Und: Die Praxis SCHAFFT Zeit. Weil du effizienter UND bewusster wirst.
”Ich vergesse es immer”
Antwort:
Normal. Das ist kein Willensproblem.
Lösungen:
- Feste Zeit im Kalender (nicht “irgendwann”)
- Reminder (Handy)
- Verknüpfe es mit Bestehendem (z.B. “Nach dem Kaffee”)
Und: Wenn du es vergisst: Kein Drama. Nächster Tag, neuer Versuch.
”Was bringt das wirklich?”
Antwort:
Nach 1 Woche:
- Du merkst, wann du bewusst vs. mechanisch bist
Nach 1 Monat:
- Du hast Muster erkannt
- Deine KI-Nutzung ist gezielter
Nach 3 Monaten:
- KI ist nicht mehr “das Tool”
- Sondern Teil deiner bewussten Praxis
Das ist kein Quick-Fix. Das ist Entwicklung.
VARIATIONEN FÜR VERSCHIEDENE TYPEN
Für Minimalisten:
Nur eine Frage/Tag:
Morgens: “Was ist meine Intention?” Abends: “War ich bewusst?”
Fertig.
Für Kreative:
Nutze die Praxis als Creative Journaling:
- Male deine KI-Erfahrung
- Schreibe ein Haiku über den Tag mit KI
- Fotografiere ein Bild, das den Tag symbolisiert
Mach es spielerisch.
Für Analytische:
Tracke quantitativ:
- Wie viele KI-Interaktionen?
- Wie viel Zeit?
- Bewusst vs. mechanisch (in %)?
- Zufriedenheit (Skala 1-10)?
Erstelle Wochen-Diagramme.
Für Skeptiker:
Probiere 2 Wochen:
Dann bewerte:
- Hat es was gebracht?
- Wenn nein: Lass es.
- Wenn ja: Verfeinere.
Kein Dogma.
Integration
Deine Praxis beginnt morgen.
Heute Abend:
-
Wähle einen Moment:
- □ Morgen (5 Min)
- □ Mittag (5 Min)
- □ Abend (5-10 Min)
- □ Alle drei
-
Setze Reminder (Handy, Kalender, Post-it)
-
Bereite Journal vor (Digital oder Papier)
-
Optional: Partner finden (Wer macht mit?)
Morgen:
Fang an. Nicht perfekt. Einfach anfangen.
Und dann:
Tag für Tag. Bewusster. Präsenter. Menschlicher.
Mit KI.